Alanya

Die Geschichte des türkischen Badeortes Alanya (285.407 Einwohner 2014) reicht weit in die Vergangenheit zurück. In der Antike wurde die Stadt gegründet, war Teil von Pamphylien und unter dem Namen Korakesion bekannt. Die Lage auf der ins Meer ragenden Felszunge erwies sich bereits früh als strategisch sehr vorteilhaft, wobei die Stadt zusätzlich mit einer Verteidigungsmauer ausgestattet wurde. Diese Sicherheitsmaßnahmen und die günstige Lage auf einem Felsvorsprung sorgten dafür, dass sich der Ort im 2. Jahrhundert vor Christus gegen die Belagerung von Antiochos III. behaupten konnte. Im weiteren Verlauf der Geschichte entdeckten kilikische Seeräuber das damalige Korakesion für sich und nutzen den Ort als Basis. Unter dem Piratenhauptmann Diototos Tryphon entstand im heutigen Alanya eine imposante Festung. Im Jahr 67 vor Christus endete allerdings die Herrschaft der Piraten, denn Pommpeius gelang es, sie zu unterwerfen. Bevor die Seldschuken an die Macht kamen, gehörte die Stadt dem Byzantinischen Reich an und wurde in Kalonoros umbenannt. Der seldschukische Sultan Alaeddin Kai Kobad I., der vor allem die Winterzeit gerne hier verbrachte, veranlasste nach seiner Machtübernahme 1221 eine erneute Umbenennung des Ortes in Alaiye. Der Untergang der Seldschuken bedeutete für die heutige Stadt Alanya erneute Veränderungen und sorgte dafür, dass sie 1471 Teil des Osmanischen Reiches wurde. Kemal Atatürk gab der Stadt 1933 schließlich den Namen Alanya. Was den Namen und auch die Machtverhältnisse betrifft, haben sich im Laufe der Geschichte erhebliche Veränderungen in Alanya ergeben. Besucher der Stadt können hier nicht nur in die herrliche Landschaft der türkischen Riviera eintauchen, sondern auch auf den Spuren der bewegten Vergangenheit wandeln und beispielsweise die Bauwerke bestaunen, die von der facettenreichen Historie der Stadt Alanya zeugen. Neben der im 2. Jahrhundert vor Christus errichteten Burg von Alanya sind vor allem die Schiffswerft, die aus der Zeit der Seldschuken stammt, der Rote Turm, der ein Museum beherbergt, und der Stadtteil Tophane geschichtsträchtige Sehenswürdigkeiten in Alanya, die sich Touristen auf keinen Fall entgehen lassen sollten.

Der Rote Turm gilt als Wahrzeichen der Stadt Alanya. Er wurde im Jahre 1226 in  acht- eckiger Bauweise nach seldschukischer Baukunst errichtet. Er diente damals dazu, den  gesamten Hafen gut überblicken und vor Angreifern beschützen zu können. Der Turm steht am Beginn der langen Festungsmauer die die Burg von Alanya umschließt. Seinen Namen verdankt er roten Ziegelsteinen, die für die Errichtung des oberen Turmteils verwendet wurden. Der Rote Turm hat fünf Etagen und eine Höhe von 33 Metern. Sein Durchmesser beträgt 29 Meter. Schon von weitem kann man die hohen Zinnen und Scharten des Turms erkennen, die den Soldaten einst gleichermaßen als Schutz und zur Verteidigung dienten. Als Erbauer des Roten Turms gilt der syrische Baumeister Ebu Ali, dessen Name als Mauer-Inschrift nahe des Eingangs zu finden ist. Heute ist in diesem historischen Bauwerk das Völkerkundliche Museum von Alanya untergebracht, das auf allen fünf Etagen beachtliche Kulturschätze und Zeugnisse einer bewegten Vergangenheit beherbergt. Urlauber, die den Roten Turm besichtigen möchten, zahlen ca. vier Türkische Lira Eintritt.

Alanyas Strände: Aktivurlauber kommen in Alanya an der türkischen Riviera in vielerlei Hinsicht auf ihre Kosten, denn das Sport- und Freizeitangebot ist sehr abwechslungsreich und hält für jeden etwas Passendes bereit. Abenteuerliche Rafting-Touren und ausgedehnte Wanderungen ins Hinterland gehören genauso dazu wie die zahlreichen Wassersportmöglichkeiten an den malerischen Sandstränden, die sich westlich und östlich des Burgbergs erstrecken. Urlauber finden hier beste Bedingungen zum Tauchen, Schnorcheln, Schwimmen und Surfen vor. Die sportlichen Aktivitäten an den Stränden Alanyas spielen sich jedoch nicht nur im Wasser ab, sondern auch an Land. So finden hier jedes Jahr verschiedene Wettkämpfe und Turniere statt, wie zum Beispiel das Beach-Volleyball-Turnier am Strand von Oba. Zuschauer können von einer Tribüne aus beobachten, wie sich Teams unterschiedlicher Nationen miteinander messen. Besonderer Beliebtheit erfreut sich das Tauchen an der Küste von Alanya. Die örtlichen Tauchschulen bieten Kurse vom Anfänger bis zum Profi und entführen Feriengäste in eine atemberaubende Unterwasserwelt. Mystische Grotten und Höhlen, Steilwände und farbenfrohe Meeresbewohner machen jeden (Strandfoto Feb. 2013) Tauchgang zum Erlebnis. Die reizvolle Umgebung rund um den Ferienort Alanya kann man mit dem Mountainbike, dem Jeep, dem Quad oder auch auf dem Rücken eines Esels erkunden. Für besonders Mutige, die sich Alanya einmal aus der Vogelperspektive ansehen möchten, bietet sich auch ein Gleitschirmflug an. In traumhafter Landschaftskulisse laden die Flüsse im Taurusgebirge zu erlebnisreichen Wildwasserfahrten mit der ganzen Familie ein.

Taurusgebirge und Höhlen: Alanya-Urlaubern erschließen sich an der türkischen Riviera nicht nur traumhafte Strände, wie zum Beispiel der Kleopatras-Strand, sondern auch viele weitere Naturschönheiten. Neben zahlreichen Höhlen ist in diesem Zusammenhang das Taurusgebirge zu nennen, das hinter der Stadt Alanya bis zu 3.500 Meter in die Höhe ragt. Auf einer Länge von mehr als 1.500 Kilometern erstreckt sich diese imposante Gebirgskette quer durch die Türkei und zählt so zu den bedeutendsten Landschaftsformen des Landes.    

(Damlatas Höhle links) Wer seinen wohlverdienten Urlaub in Alanya an der türkischen Riviera verbringt, sollte sich einen Ausflug ins nahegelegene Taurusgebirge nicht entgehen lassen. Im Rahmen einer Wanderung kann man den 1.650 Meter hohen Berg Cebelireis erklimmen oder einem typisch türkischen Bergdorf einen Besuch abstatten. Im Taurusgebirge kann man fernab der Großstadt die Natur hautnah erleben und gleichzeitig in die türkische Kultur eintauchen. Wer Land und Leute näher kennenlernen möchte, sollte seinen Urlaub in Alanya unbedingt mit einem Streifzug durch das kontrastreiche Taurusgebirge verbinden, schließlich hat der Gebirgszug eine Vielzahl natürlicher Schönheiten zu bieten. Schattenspendende Wälder und idyllische Täler prägen das Taurusgebirge und machen es zu einem wahren Naturparadies unweit von Alanya. Vor allem in der sommerlichen Hitze findet man hier ein kühles Plätzchen und kann sich  am idyllischen Bergfluss erfrischen.

Dim-Höhle: Die seit dem Jahr 1998 für Urlauber zugängliche Dim-Höhle erweist sich immer wieder als hervorragendes Ziel für Touristen an der türkischen Riviera. Nur etwa 12 Kilometer von Alanya entfernt verspricht die angeblich über eine Million Jahre alte Höhle unvergessliche Erlebnisse. Umgeben von imposanten Stalagmiten und Stalaktiten gilt es im Innern der Dim-Höhle einen kleinen See zu entdecken. Alanya-Urlauber finden die Dim-Höhle im gleichnamigen Tal, wo die Höhle an einer Felswand des 1.649 Meter hohen Cebel-i Reis Berges liegt. Bereits im Altertum sollen vor allem Hirten und Jäger immer wieder Schutz in der Dim-Höhle gesucht haben. Heute kann man hier in eine vollkommen andere Welt eintauchen und vor der Dim-Höhle außerdem einen spektakulären Ausblick auf die Burg von Alanya genießen. Als Ausgangspunkt für einen Ausflug bietet sich der beschauliche Ort Kestel an.

Die Hidrellez Kirche: Rund zehn Kilometer vom Stadtzentrum Alanyas entfernt liegt die Hidrellez Kirche. Am Rande des kleinen Dorfes Haci Mehmethi lädt das historische Bauwerk auf dem Hidir Ilyas Platz zur kostenlosen Besichtigung ein. Nachdem die orthodoxen Christen Alanyas nach Griechenland ausgewandert waren, wurde die Kirche im Jahr 1924 geschlossen. In dem rechteckigen Gebäude, das 1873 restauriert wurde, sind noch filigrane Holzverzierungen zu bestaunen. Muslime und Christen nutzen die Hidrellez Kirche noch heute als Ort der Andacht. Ganz in der Nähe der Kirche können sich Spaziergänger an einer kühlen Wasserquelle erfrischen. Die Hidrellez Kirche liegt an einem Abhang, der einen fantastischen Ausblick auf das Mittelmeer bietet. Das Archäologische Museum von Alanya Die Stadt Alanya kann auf eine weitreichende Geschichte zurückblicken. Zahlreiche Ausstellungsstücke aus der bewegten Vergangenheit Alanyas kann man beispielsweise im Archäologischen Museum besichtigen. Das Museum ist in zwei Abteilungen unterteilt. Eine dieser Abteilungen beherbergt Gebrauchsgegenstände und Erzeugnisse der Griechen, Lydier und Byzantiner. Des Weiteren kann hier eine beeindruckende Münzsammlung bestaunt werden, die aus Zeiten der jeweiligen Herrscher stammen. Das Highlight und Wahrzeichen des Archäologischen Museums ist jedoch eine Bronze-Statue von Herakles aus dem 2. Jahrhundert n.Chr., die hier ebenfalls besichtigt werden kann. Ethnografische Werke aus Zeiten der Seldschuken und Osmanen sind in der zweiten Abteilung zu sehen. Auch im Garten des Museums finden Kulturinteressierte weitere Sehenswürdigkeiten in malerischer Kulisse.